Einleitung - Warum kann ich die Ansprüche nicht erfüllen?

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Wenn Christsein ein Leben voller Freude und Sinn sein soll, warum habe ich dann ständig das Gefühl, mich abkämpfen zu müssen? Warum habe ich solche Schuldgefühle? Warum fällt es mir so schwer, mich auszuruhen, selbst wenn ich es dringend nötig hätte? Warum kann ich meine religiösen Aktivitäten nicht einstellen, obwohl sie mir schon lange keine Freude mehr ma­chen? Warum verfalle ich immer wieder in Verhaltensmuster, die ich eigentlich ablegen wollte?

Stellst du dir manchmal, so wie Hunderte von Menschen, die zu mir in die pastorale Seelsorge kommen, diese Fragen? Hast du das Gefühl, bis zu den Knien im Schlamm zu stecken und dich mühsam voranzuschleppen? So als könntest du nie die christli­chen Ansprüche erfüllen?

Wenn dies der Fall ist, dann wirst du in den folgenden Kapi­teln möglicherweise die nötige Hilfe finden. Es werden hier nicht »zehn hilfreiche Schritte« angeboten, wie man Freunde oder Familienmitglieder dazu bringt, sich »christlich« zu benehmen. Wenn der Schlüssel zu einem siegreichen, christlichen Leben wäre, sich immer noch mehr anzustrengen, wärst du wahr­scheinlich schon als Sieger geehrt worden! Wahrscheinlich brauchst du keine neuen Ratschläge, wie man sich noch mehr bemühen kann. Aufgrund persönlicher und beruflicher Erfah­rungen als Pastor bin ich zu der Überzeugung gelangt, daß Christen lernen müssen, sich auszuruhen.

 

Ich kann's nicht allen recht machen entstand aus meiner persön­lichen Erfahrung und Betroffenheit über ein erschreckendes Phä­nomen. Die große Mehrheit der Ratsuchenden, die zu mir in die Seelsorge kommen, kämpfen gegen Müdigkeit an. Es handelt sich dabei nicht um körperliche Müdigkeit, sondern um emotionelle, psychische Erschöpfung. Darüber hinaus sind sie auch geistlich müde, eine Art von »Müdigkeit«, die besonders kräfteraubend ist. Ich habe gleichzeitig den Eindruck, daß die Literatur, Seminare, Predigten und seelsorgerliche Beratung, die den Christen angeboten werden, eines gemein haben: Sie geben Menschen, die bereits müde sind, noch etwas zu tun, und das ist genau das, was sie nicht brauchen. »Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben« (Mat 11,28). Jesus bietet müden Menschen Ruhe an.

 

Wenn »Ruhe« für dich ein Fremdwort ist, eine Vorstellung, die zu unrealistisch oder zu schön ist, um wahr zu sein, dann hast du wahrscheinlich irgendwann in deinem Leben in Beziehungen gelebt, für die du »Bedingungen« erfüllen mußtest. Durch Gespräche mit zahllosen Menschen, die von ihren inneren Kämpfen erschöpft waren, wurde mir bewußt, daß ihnen liebevolle Annahme oft wie eine Karotte an einem Bindfaden vor die Nase .gehalten wurde - die kleinste »Kostprobe« hing von ihrer »zufriedenstellenden« Leistung ab, die jedoch nie völlig den Ansprüchen entsprach.

 

Vielleicht kannst auch du dich noch an den Anreiz der ver­lockenden »Karotten« erinnern. Ungeschriebene Erwartungen und Regeln bewirkten dann jedoch in dir ein Gefühl der Scham und ließen dich glauben, daß du als Person unakzeptabel bist. Vielleicht wirst du immer noch deiner emotionalen und geistlichen Kraft beraubt, weil du dich ständig bemühst, Maßstäben gerecht zu werden, die du niemals erfül1en kannst. Diese Maßstäbe sind möglicherweise so tief in dir verwurzelt, daß du dir ihrer nicht einmal bewußt bist, geschweige denn weißt, wie du dich von ihrer Tyrannei befreien kannst.

 

Dieses Buch soll die verletzenden Botschaften, die du einmal empfangen hast und die immer noch wie eine Tonbandaufnahme in deiner Seele abgespielt werden, beleuchten. Ich möchte dir helfen, den Ursprung, Aussage und Bedeutung dieser Botschaften zu erkennen. Ich möchte dir desweiteren helfen, dich von unrea­listischen Maßstäben freizumachen und sie hinter dir zu lassen. Ich glaube, du wirst die Verhaltensmuster in deinem Leben erkennen - Muster, die du vielleicht verabscheust, von denen du dich jedoch anscheinend auch mit einer Willensentscheidung nicht lösen kannst, Muster, die dich ermüden.

 

Jeder von uns kämpft an irgendeinem Punkt in seinem Leben mit Verletzungen, die durch Beziehungen entstanden sind. Manche Menschen sind mehr verwundet als andere. Manche kämpfen damit mehr als andere. Bei der weiteren Lektüre dieses Buches werden die Bereiche, die dir wehtun, aufgedeckt und identifiziert werden. Der erste Schritt zur Heilung ist, die Wunden zu finden, und manchmal schmerzt schon allein das Finden. Ich wünschte, es wäre nicht so.

 

Aber die gute Nachricht ist: Gott liebt dich bedingungslos. Du mußt nichts leisten oder beweisen, du brauchst niemanden zu beeindrucken. Was Jesus über dich sagt, ist ausschlaggebend. Du bist geliebt, angenommen und nicht allein. Der König des Universums betrachtet dich als wertvoll und fähig! Was oder wer zählt da noch? Gesundes Verhalten kommt von einem gesunden Selbstbewußtsein, das auf Gottes Erlösungstat basiert. Aus der Fülle, die du in Christus hast, zu leben ist lernbar. Auf der Entdeckungsreise zu diesem Leben der Fülle, darf man fragen: »Warum tue ich bestimmte Dinge?« Du darfst auch zur Ruhe kommen, weil deine Identität in Christus ein für allemal entschieden ist. Deine Annahme und dein Wert stehen schon fest. Als Teilhaber der Gnade Gottes besitzt du die nötigen Mittel, um dich zu verändern. Und aufgrund dieser Gnade kannst du dir auch die Zeit nehmen, die du brauchst, um dies zu tun.

 

Das ist wirklich eine gute Nachricht!
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